Wie funktioniert Yin-Yoga anatomisch
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Wie funktioniert Yin-Yoga anatomisch?

Im Yin Yoga werden neben den Muskeln auch Bänder, Sehnen, Gelenke und Bindegewebe angesprochen. Jede Form von körperlicher Aktivität funktioniert am besten, wenn Anspannung und Entspannung in einem gesunden Verhältnis stehen.  Die völlige Abwesenheit einer dieser Charakteristika ist nicht gesund. 
Muskulatur liebt es, beansprucht zu werden, d.h. sich zu kontrahieren. Sie ist elastisch und für diese Form der Beanspruchung konstruiert. Entweder erzeugt sie eine Bewegung oder hält eine Position. Wenn wir unsere Muskeln beanspruchen und trainieren, verkürzen sie sich in der Regel. Das bedeutet, wir werden steifer und unser Bewegungsradius verkleinert sich. Da sich unsere Muskeln aber nicht selber dehnen können, müssen wir das aktiv erledigen.
Während unserer Yin  Yoga Praxis ziehen wir den Muskel in seiner Mitte in die Länge. An seinen Enden geht er in Sehnen und Knochen über, dort ist eine Streckung nicht sinnvoll. Dehnung von Muskeln erhält so nicht nur unseren Bewegungsradius aufrecht, sondern beugt auch den negativen Folgen des Alterns vor. Muskelfasern werden im Alter durch Collagen ersetzt, und dieses kann sich nicht annähernd soweit dehnen. Yin-Yoga-Praxis beugt diesem Vorgang vor.
Bindegewebe ist das was von unserem Körper übrigbleibt, wenn man Muskeln, Knochen und Organe weglässt. Es ist eine Struktur, die vollständig miteinander verbunden, mal mehr mal weniger dicht und stabil ist. Das bedeutet, wenn wir das Bindegewebe an einer Stelle strecken oder Druck darauf ausüben, ist es im ganzen Körper zu spüren. Wenn wir also tief atmen, können wir mit etwas Übung den gesamten Körper dabei wahrnehmen. Das Bindegewebe „bindet“ den Körper  zusammen und  wir  können es vitalisieren indem wir einen lang anhaltenden und heilenden Druck oder Zug darauf ausüben.  Wenn wir dann die Haltung lösen, ist es ungefähr so als würden wir aus einer Couch aufstehen, für einen Moment lang bleibt noch die Druckfläche erhalten und langsam kommt die ursprüngliche Form zurück. Auf diese Art und Weise halten wir unser Bindegewebe flexibel, gesund und frisch durchblutet.
Unsere Knochen nehmen wir in der Regel als harte und unbewegliche Strukturen wahr. Wie soll man Knochen vitalisieren? Ähnlich wie das Bindegewebe wird auch der Knochenbau durch Druck angeregt und die Knochenstruktur verstärkt sich.
Während des Alterungsprozesses nimmt die Stärke der Knochen kontinuierlich ab, üblicherweise beginnt dieser Prozess bereits ab dem 25 bis 35 Lebensjahr. Das krankhafte Ende heisst Osteoporose. Mit dynamischem Yoga und Yin  Yoga beugen wir dieser Entwicklung vor und halten die Knochen gesund.
Bänder, Sehnen und Gelenke sind auf den ersten Blick, ähnlich wie die Knochen, Bereiche, die man lieber keinem Druck oder sonstigem Stress aussetzt. Tatsächlich ist es sinnvoll, auch diese Bereiche achtsam zu belasten und so zu vitalisieren. Im Alltagsleben sind gerade Bänder und Gelenke permanent von  Mikro-Verletzungen betroffen.  Und die Heilung bedarf frischen und sauerstoffangereicherten Blutes. Es geht nicht darum, den Bewegungsradius eines Gelenkes zu vergrößern oder Bänder zu dehnen, das ist kontraproduktiv. Die Zielsetzung ist es, diese Bereich sanft zu stimulieren und damit den Heilungs- und Regenerationsprozess in Gang zu halten. Und gleichmäßiger und achtsame Yin-Yoga-Praxis leistet eben genau dieses
 
Der Buchtipp:
Faszienbuch
"Faszientraining mit Yin-Yoga" DIRK BENNEWITZ & ANDREA KUBASCH
ISBN-10: 3778782487
ISBN-13: 978-3778782484
Verlag: Lotos/Random House

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Weitere Informationen zu Yin Yoga & Faszien, findet ihr hier:
- Was ist Yin Yoga
- Yin Yoga Folge
- Was sind Faszien?
- Yin Yoga Teacher Training
- Yin & Yang bei Wikipedia
- Faszien bei Wikipedia
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