Mindfood des Monats Parsva Bakasana
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Mindfood des Monats
 

Parsva Bakasana

Parsva Bakasana = seitlicher Kranich
Diese Asana verbindet Stärke und Balance in Armen und Schultern mit einem intensiven Twist. Die Kombination aus beidem steigert Entschlossenheit, Mut und Balance, auch wenn es am Anfang fast unmöglich scheint, diese Position zu erreichen.
Seit tausenden von Jahren lernen Menschen Bewegungs-Künste, wie Yoga oder Kampfkünste durch Beobachtung. Lernen war primär ein nonverbaler Prozess. In den letzten Jahren wurde dieser direkte Ansatz allerdings durch verbale Beschreibungen verdrängt. Das ist zwar ebenfalls eine sinnvolle Methode, aber eine gute Beobachtungsgabe ist unumgänglich.
Wenn wir uns Bilder wiederholt anschauen, dann hat das einen Effekt auf unser Nervensystem. Das verinnerlichte Bild hilft uns, die Bewegung oder die Pose mit dem Körper zu replizieren. Eines der Hindernisse beim Lernen ist unsere Unfähigkeit, klar und vorbehaltlos zu sehen. Wir schließen unseren Geist und hängen damit einen Schleier vor die Augen. Wahrscheinlich haben wir alle in einer Diskussion schon einmal erlebt, wenn sich die Augen unseres Gegenübers leicht verändern, und sich der Geist schließt. Wir wissen dann intuitiv, das unser Diskussionspartner „zugemacht hat“ und unsere Perspektive nicht mehr sehen wird.
Das gilt auch für das Erlernen von Yoga Asanas. Und diejenige, die ich dafür ausgesucht habe, provoziert solche Reaktionen bei Schülern geradezu. Die Seitkrähe oder Parsva Bakasana sieht ulkig und schwer aus, wie von einem anderen Stern. Die Reaktionen in der Gruppe sind am Anfang immer gleich, meistens ist es eine Mischung aus Fassunglosigkeit, Widerwille und sturem „Das kann ich nicht, niemals“. Das sind die Begrenzungen, die wir uns selbst auferlegen, unser selbstgeschaffenes Gefängnis der eigenen Gedanken. Unser Verhalten schränkt die Vielfalt in unserem Leben aber erheblich ein, wir machen eine Not zur Tugend. Wir probieren keine neuen Dinge mehr, weil wir vermeintlich schon alles wissen und kennen. Damit manifestiert sich Stillstand.
Um solche herausfordernden Positionen zu erlernen, muss man sich von solchen Gedankenmustern freimachen und wie ein Kind agieren. Am besten funktioniert das durch Nachmachen und Imitieren. Wenn Du jetzt also die Instruktionen für Parsva Bakasana liest, halte zwischendrin einen Moment inne.
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise:
Schüler erleben beim Üben von Handbalancen häufig eine starke Anspannung oder sogar Schmerzen in den Handgelenken. Das resultiert meistens aus einem nicht ausreichenden Bewegungsradius der Handgelenke sowie fehlender Unterarmmuskulatur. Die meisten dieser Schwierigkeiten können mit folgender Vorsichtsmaßnahmen ausgeschaltet werden:
- Armbalancen nicht auf weichem Untergrund, wie Sand oder aufgeschichteten Yoga Decken üben. Das Handgelenk sollte niemals unterhalb des Niveaus der Finger absenken, das kann das Handgelenk schädigen. Am besten üben Sie auf einer rutschfesten Yogamatte auf Holzfußboden.
- Spreize die Finger kräftig, damit die Handfläche groß wird und das Gewicht auf eine größere Fläche aufgeteilt wird.
- Wenn die Handgelenke schmerzen, rolle die Matte auf und unter Deine Handgelenke um den Neigungswinkel etwas zu reduzieren.
- Gewöhne den Körper langsam daran, das Gewicht auf den Handgelenken und Unterarmen zu tragen. Übe Planken bewusst und korrekt.
Übe  lieber öfter und kürzer, als z.B. nur einmal im Monat.
Wenn Du mit Hand- und Armbalancen noch nicht vertraut sind, mache  regelmäßig meine Handgelenks-Mobilisierungen (Video: Tschüß Handgelenks Aua) und bereite Dich mit Chatturanga Dandasana, Planke und Adho Muka Svanasana (Herabschauender Hund) darauf vor.
Sei akribisch mit der korrekten Platzierung Deiner Hände um das Gewicht gleichmäßig in den Boden abzugeben. Wenn Du in Chatturanga Dandasana hinein fliesst, presse das Gewicht auch in die Fingerspitzen, nicht nur in die Handgelenkwurzeln. Platziere die Ellenbogen direkt über den Handgelenken. Stelle Dir  vor, unter der Mitte Deiner Handfläche ist eine Reisszwecke und Du ziehst den Handrücken leicht nach oben. Damit aktivierst Du das sog. Hasta Bandha. 
Energetisch sind damit die Handgelenke stabilisiert und das Prana kann frei durch sie hindurch fliessen. So schaffst Du die Vorraussetzung dafür, dynamisch auf den Händen und Armen zu balancieren. Mit den Mobilisierungen für die Handgelenke, die ich aus dem Kampfsport „ausgeliehen“ habe, erreichst Du bei regelmässiger Übung ebenfalls schnell Ergebnisse.
(Video: Tschüß Handgelenks Aua)
Praxis: 
Parsva Bakasana ist primär ein Twist, vergleichbar mit Marichyasana 3. 
Setze Dich  in Dandasana und winkel das rechte Bein an. Die rechte Fußsohle steht auf dem Boden an der Innenseite des linken Oberschenkels. Die rechte Hand platziere auf dem Boden hinter der rechten Gesäßhälfte. Bringe jetzt den linken Arm an die Außenseite des rechten Oberschenkels. Ziehe den Bauch ein und nach oben und rotiere über die rechte Schulter nach hinten. Wenn sich die Wirbelsäule im Twist etwas entspannt und streckt, lasse den linken Ellenbogen an der Außenseite des rechten Oberschenkels nach unten sinken. Oberarm und Knieaußenseite sind jetzt fest verbunden.
Von hier bewegen wir uns weiter in Parsva Bakasana. Schiebe Dein Körpergewicht vorwärts, über den rechten Fuss, bis die Ferse sich vom Boden löst und Du auf den Ballen der Zehen stehst. Jetzt beuge  das linke Bein und ziehe den linken Fuß zum rechten heran. Die Innenseiten der Knöchel berühren sich jetzt. Behalte den Oberkörpertwist bei und platziere die linke Hand ca. 30 cm vor den rechten großen Zeh. Die rechte Hand unter die rechte Schulter setzen und danach ganz leicht öffnen. Die Hände sind jetzt ein klein wenig weiter auseinander, als die Schultern breit sind. Setze jetzt Dein Hasta Bandha.
Beuge  den linken Ellenbogen leicht und schiebe Dein Gewicht weiter vorwärts. Der Oberkörper bleibt zentriert zwischen Deinen Händen. Wenn Du diese Position verlierst, rutschen Dir die Beine von den Oberarmen oder Du fällst zur Seite. Wenn Deine  Brust sich zwischen den Armen vorwärts bewegt, werden die Füsse den Boden automatisch verlassen. Ziehe die Zehen an und aktiviere damit den Reflex die Bauchmuskeln anzuspannen. Dadurch wird Dein Torso leicht und Du kannst „fliegen“.
Falls es jetzt noch nicht funktioniert hat, überprüfe, ob einer der folgenden gängigen Fehler auch auf Dich zutrifft:
- Die Übung ist aufgebaut wie eine Wippe. Der Drehpunkt dieser Wippe ist zwischen den Händen. Dein Kopf ist die eine Seite der Wippe, das Gesäß und die Füsse die andere. Vielleicht hast Du einfach die Brust nicht weit genug nach vorn geschoben.
- Der Kopf ist zu hoch und das Gesäß zu niedrig. Sie sollten ungefähr auf einem Level sein.
Wechsel in jedem Fall die Seite, gerade in dieser Position sind sie oft unterschiedlich. 
Wenn Du es jetzt geschafft hast, ist es Zeit die Ausführung der Asana noch etwas zu verfeinern. Schaue zuerst, ob Du das Gewicht gleichmäßig auf beiden Händen und Handflächen verteilt hast. In der finalen Position ist der Bauch aktiv aber nicht zu hart und die Atmung geht langsam und gleichmäßig. Drücke die Knie aktiv an den haltenden Arm um den Twist zu verstärken und zu stabilisieren. Halte ungefähr 15-30 Sekunden und atme dabei ein und aus. 
Positive Wirkungen von Parsva Bakasana:
  • Verbessert Ausdauer und Koordination
  • Stärkt Schultergürtel, Arme und Hände
  • Massiert die Bauschorgane und die Nieren
  • Verbessert die Durchblutung des gesamten Oberkörpers
Nicht ausführen, wenn...
  • ...Du unter Karpaltunnelsyndrom oder Sehnenscheidenentzündung leidest
  • …Deine Hände oder Ellenbogen verletzt sind
  • …Du schwanger bist.
Autor: Dirk Bennewitz
Klicke hier um die Playlist zu hören :
Nr
Künstler
Titel
01
Jah Shaka
People Of Yoruba
02
Long Iceland Ice
Be With Me
03
Super 8
Let Go
04
About Vegas
Hold On
05
The Beatangers
Getaway
06
Sugar Hill
Help Me To Remember
07
Ibiza Groove Squad
I Don't
08
Wolkenlos
Frei sein
09
Sugar Hill
Feeling For You
10
Corey Gibbons
Tell Me
11
Sine
To The Sun
12
Sia
Breathe Me
13
Snatam Kaur
 
Ra Ma Da Sa
 Compiled by Dirk Bennewitz
 

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